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Der Erlass eines Reglementes zur Berufsausbildung der Lehrlinge an der ETH Zürich durch die Schulleitung (Schulleitungssitzung vom 14. Dezember 1999) ist zweifellos ein feierlicher Höhepunkt in der Geschichte der Lehrlingsausbildung an der ETH Zürich. Verankerung, Klarheit und Budgettransparenz sind drei wesentliche Grössen, welche die zukünfige Berufsausbildung prägen werden. Dazu wurde mit dem Leitfaden ein Instrument geschaffen, das allen an der Ausbildung Beteiligten, eine Unterstützung in der alltäglichen Arbeit mit deren Rahmenbedingungen zusichert.
Das Berufsausbildungswesen Lehrlinge hat weiter an Stellenwert gewonnen.
An der ETH Zürich wurden per Ende 1999 115 Lehrlinge in den folgenden Berufsrichtungen ausgebildet: Chemie-, Biologie-, Physiklaborant/in, Elektroniker/in, Informatiker/in, Polymechaniker/in, Forstwart, KV, KV- bzw. KVBMS-Praktikant/in, Gebäudereiniger, Konstrukteur, Informations- und Dokumentationsassistent/in. Während des Jahres war ein Lehrabbruch in der Biologie zu verzeichnen (Wechsel zum Landschaftsgärtner). Von Lindt & Sprüngli waren eine Chemielaborantin in das erste Lehrjahr und ein Chemielaborant in das dritte Lehrjahr übernommen worden. Ebenfalls war von einem schliessenden Betrieb ein Forstwartlehrling im zweiten Lehrjahr zu uns gestossen.
39 Lehrlinge aus rund 900 Lehrstelleninterressierten und davon 700 konkreten Bewerbungen wurden für das neue Lehrjahr ab Sommer 1999 eingestellt. In den verschiedenen Berufsgattungen kamen unterschiedliche Auswahlverfahren zur Anwendung. Als Grundlage dienten bei allen die Bewerbungsschreiben, Lehrerauskünfte, Zeugnisnoten und Schulbildungen. Bei den Physiklaboranten/-laborantinnen wurde die nähere Auswahl anhand eines Tests mit spezifischen, allgemeinbildenden Fragen, Kurzgesprächen und auch einem praktischen Teil getroffen, um mit den Besten schliesslich noch Einzelgespräche zu führen. In der Biologie wie in der Chemie, aber auch in der Elektronik und Polymechanik waren schliesslich Schnupperlehren mit praktischen Tests und persönliche Gespräche ausschlaggebend. In den übrigen Berufen erstellte man Profile mit Kriterien für die nähere Auswahl. Persönliche Eindrücke, Schulnoten und Referenzen gaben den Ausschlag für die Anstellungen.
| Bestand | 1995 | 1996 | 1997 | 1998 | 1999 |
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Alter Bestand Abgänger |
91 29 |
88 28 |
88 31 |
94 34 |
101 25 |
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Zugänge Neuer Bestand |
26 88 |
28 88 |
37 94 |
41 101 |
39 115 |
Der Frauenanteil betrug per Ende Jahr 1999 30 %.
Lehrabschlussprüfung
24 Lehrabgänger/innen hatten die Lehrabschlussprüfung 1999 erfolgreich bestanden. Eine Kandidatin (KV-Praktikantin) hatte das Ziel nicht erreicht.
13 Lehrabgänger/innen erhielten nach der Lehre in den Berufen KV-Angestellte, Chemie-, Biologie- und Physiklaborant/in, Forstwart und Elektronik eine befristete oder unbefristete Anstellung an der ETH-Zürich. Fünf Abgänger/innen werden die Fachhochschule besuchen.
Per Ende Jahr 1999 waren 38 Lehrmeister/innen, 114 Ausbilder/innen und 6 hauptberufliche Ausbilder (Lehrwerkstatt und Lehrlabors Biologie, Elektronik, Chemie) für die Ausbildung zuständig. Die Zusammenarbeit mit dem Leiter Berufsausbildungswesen Dieter Schorno war im Zusammenhang mit Koordination, Betreuungen, Selektionen, Lehrabgang, Informationstagen, Einstellungen, Berufsentwicklung, Schulen, dem Mittelschul- und Berufsbildungsamt des Kantons Zürichs, Stages mit EPFL, Berufsratsitzungen zahlreich und intensiv. Dieter Schorno besuchte verschiedene Arbeitsplätze ebenfalls im präventiven Sinne. Dadurch konnte er feststellen, wie intensiv und mit welchem Engagement die Ausbildung betrieben wird. Die Besuche förderten die Kontakte untereinander und lösten einige Probleme in der Anfangsphase.
Wir danken der Schulleitung für die Unterstützung und Förderung der Ausbildung von Berufsfachleuten. Ebenso herzlich danken wir den Departementen und Instituten für die erforderliche Infrastruktur und die Ausbilderfunktionen durch ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
In drei Sitzungen trafen sich die Verantwortlichen der Berufsausbildung Lehrlinge von den Forschungsanstalten im ETH-Bereich (WSL, EMPA, EAWAG, FAW, PSI) Die Themen betrafen vor allem allgemeine Rahmenbedingungen und ERFA-Austausch im fachlichen Bereich. Es galt Synergien zu nutzen.
Die Berufsausbildungskommission wurde und wird von Andreas Dutly (Technische Chemie) präsidiert. Die ausgetretene Personalleiterin Yvonne Müller-von Arx wurde durch den neuen Personalleiter Piero Cereghetti ersetzt und mit einem herzlichen Dankeschön für die grosse Arbeit in der Kommission verabschiedet. Nadine Bachmann KV-BMS Lerhling löste Reto Gianotti (Lehrende) als Lehrlingsvertreter ab. Bedeutende Themen, die in 6 ordentlichen und 2 ausserordentlichen Sitzungen besprochen, beraten und entschieden wurden, waren:
Das Reglement zur Berufsausbildung der Lehrlinge, der Leitfaden, die Projektwoche, Budget, Lehrbeginn, Internet Home-page, Schulische Leistungen, Funktion der Lehrlabors, Berufsentwicklungen, Lehrstellen Informatik, Weiterbildung und Informationstage.
Verschiedene Artikel über Tätigkeiten des Berufsausbildungswesen erschienen im ETH –Intern (Konzept, Sponsorenlauf, Projektwoche, Informationstage). In der März-Ausgabe des Beobachters erschien die ETH Zürich in einer Umfrage im Vergleich mit anderen Firmen.
Die Homepage über unser Berufsausbildungswesen wurde auch im 1999 mit allen Informationen jederzeit vollständig durch Andreas Dutly geführt.
Die Projektwoche unter der Leitung von Dieter Schorno und Hanspeter Läser fand vom 16. – 23. Oktober in Parpan statt. 115 Lehrlinge und 18 Leiter/innen trugen zum guten Gelingen dieser auch von schönem Wetter begleiteten Woche bei. Kreativität, Kommunikation, Teamfähigkeit, Toleranz und Flexibilität waren gefordert.
In unseren Lehrlabors der Chemie, der Biologie und der Elektronik sowie in der Lehrwerkstatt wurden auch 1999 die Basisausbildungskurse und Einführungskurse in den diversen Lehrjahren mit Erfolg durchgeführt. Ebenfalls für die Lehrabschlussvorbereitungen fanden Repetitionskurse stattt oder es wurden persönliche Nachhilfestunden angeboten. Die Leiter der Lehrlabors, Gody Silveri und Fritz Michel von der Chemie, Hanspeter Hächler von der Elektronik, Marco Baur von der Biologie, Hans Streuli und Ivo Lang von der Lehrwerkstatt unterstützten Lehrmeister/innen, Ausbilder/innen in Fachfragen und bei Selektionen. Ebenfalls wurden die Lehrlinge sehr gut betreut zum Beispiel bei Schulproblemen oder direkten Ausbildungsproblemen.
Die immer wieder überdurchschnittlichen Resultate in den Lehrabschlussprüfungen sind zu einem guten Teil auf diese wertvolle Zusammenarbeit zurückzuführen.
Die ETH Zürich leistet einen wesentlichen Beitrag zur Berufsausbildung der Lehrlinge. Dass die Nachfrage nach den jungen Berufsleuten mit dem Lehrabschluss auch 1999 an der ETH Zürich gestiegen ist, ist ein Beweis für den richtigen Weg in der Berufsausbildung.
Zur Qualitätssicherung benötigte es auch 1999 ein grosses Engagement aller an der Ausbildung beteiligten Personen, aber ebenso die Unterstützung der Schulleitung und der Departemente, Institute und Verwaltungseinheiten. Es gilt die Veränderungen in der Berufsausbildung zu beobachten und mitzuleben, Innovativ zu sein und mit der Zeit Schritt zu halten, ja auch selbst Visionen zu entwickeln.
Wir danken allen herzlich für das Interesse und den grossen Einsatz zu Gunsten der Berufsausbildung der Lehrlinge.
Zürich, 18. Februar 2000 DS
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